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Aktuelle Debatte der CDU zu Berichten über eine Gemeinschaftsschule

Abg. Volker Schebesta CDU: Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! „Schwäbisches Himmelfahrtskommando“ hat Frau Schmoll in der FAZ einen Artikel vom 16. August 2015 überschrieben.

 

(Zuruf des Abg. Walter Heiler SPD)

In dem Artikel geht es um den Bericht über Beobachtungen an einer Gemeinschaftsschule im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung. Für diesen Teil der Studie sind zehn Schulen begleitet worden.

In dem Artikel wird aus diesem Bericht zitiert. Es wird erwähnt, in Englisch, Deutsch und Mathematik arbeiteten die Schüler Lernpakete, Wochenarbeitspläne ab, sie machten sich keine Gedanken über die Arbeitsstrategie, die Lehrer unterstützten in den Arbeitsphasen wenig; die aktive Lernzeit sei sehr gering und in diesem Fall häufig auch das Ausmaß der

Störungen entsprechend hoch; das Lerntagebuch, das die Schüler für die Einschätzung des eigenen Lernverhaltens, aber auch für Rückmeldungen führten, diene in den meisten Fällen nur noch als Schülerkalender; leistungsstärkere Schülerinnen und Schüler könnten mit der Selbstständigkeit gut umgehen und beherrschten Lernstrategien, die schwächeren gerieten aber noch mehr ins Hintertreffen, und selten gebe es gezielte Aufgaben für die leistungsstarken Schüler.

Zusammenfassend:

Sowohl Schüler als auch Lehrer und Eltern

– wörtliches Zitat aus dem Bericht der FAZ –

„waren sich darüber einig, dass die Lernzeiten nicht effektiv genutzt werden und zu wenig gearbeitet würde“, ...

Eine erschreckende Berichterstattung über die Arbeit an den Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg.

Niemand bestreitet, dass genau das in dem Bericht über die Beobachtungen steht. Wir wissen selbst gut genug, dass solche Berichte wichtig sind für die innere Schulentwicklung. Auch bei der Evaluation haben wir Diskussionen darüber geführt, was geeignete Informationen für Schulen und Schulträger sind, was öffentlich werden soll, damit ein Gewinn für die Schulentwicklung entsteht. Deshalb ist diese Berichterstattung für uns nicht Anlass, über die Arbeit an der konkreten Schule zu diskutieren,

(Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Wie bitte?)

sondern darüber, was für Probleme in diesem Bericht beschrieben werden, die wir und andere Ihnen schon länger als Probleme Ihres Schultyps Gemeinschaftsschule genannt haben. Dieser Bericht passt in das Bild, dass es Handlungsbedarf bei Ihrem Lieblingskind Gemeinschaftsschule gibt. Die Gemeinschaftsschule ist eine große Herausforderung. Sie haben sie überfrachtet und die Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer erheblich erschwert.

(Beifall bei der CDU und Abgeordneten der FDP/ DVP)

Aber was macht der Kultusminister jetzt mit diesem Bericht? (Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Er prozessiert!)

Er prozessiert über die Frage, ob er den Bericht gehabt hat oder nicht.

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Das ist lächerlich!)

Seit Mitte August gibt es diesen Artikel mit den Zitaten aus diesem Bericht.

(Zuruf des Abg. Winfried Mack CDU)

Auf eine Anfrage von CDU und FDP/DVP haben Sie geantwortet, dass das Schulamt diesen Bericht auch hat. Wenn Sie immer noch darüber streiten, ob Sie ihn haben oder nicht, ob und wann Sie ihn gehabt haben, dann wollen Sie einfach nicht zur Kenntnis nehmen und sich nicht mit dem auseinandersetzen, was Inhalt dieses Artikels ist. Tun Sie etwas in der Sache. Etwas Selbstkritik in der Sache würde Ihnen gut anstehen.

(Beifall bei der CDU und Abgeordneten der FDP/ DVP – Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Genau so ist es! – Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Das täte Ihnen auch gut!)

Es sind Gemeinschaftsschulen genehmigt. Deshalb werden wir beim Regierungswechsel 2016

(Abg. Hans-Ulrich Sckerl GRÜNE: Schöner Traum!) diesen Schultyp auch nicht abschaffen.

(Zurufe von der SPD, u. a. Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei: Bescheiden!)

Lehrerinnen und Lehrer sollen sich mit Unterricht beschäftigen und nicht so sehr mit Schulorganisation. Sie haben mit verschiedenen Maßnahmen und mit einer erheblichen Überfrachtung auch der Gemeinschaftsschule

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: So ist es!)

für Hindernisse für eine gute Arbeit im Unterricht gesorgt. (Zuruf des Abg. Wolfgang Drexler SPD)

Notwendig an den Gemeinschaftsschulen ist aber äußere Leistungsdifferenzierung.

(Beifall bei Abgeordneten der CDU – Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Richtig! Bravo!)

Dass Möglichkeiten für eine äußere Leistungsdifferenzierung nötig sind, sagen Ihnen die Schulen,

(Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Ach Quatsch!) sagt Ihnen der Städtetag,

(Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Stimmt doch gar nicht!)

sagt Ihnen auch Professor Bohl, der eine Expertise für glühende Anhänger der Gemeinschaftsschule geschrieben hat. Bereits im Februar 2015 führte er in einem Interview mit der „Schwäbischen Zeitung“ aus, ab höheren Klassen sollte jede Schule selbst entscheiden, ob sie auf ein Kurssystem umstellt oder nicht.

Zudem muss die Überfrachtung der Schule abgebaut werden. Sie haben enge Vorgaben zu den Methoden gegeben. Diese müssen Sie lockern. In dem erwähnten Interview sagte Professor Bohl das z. B. für das Thema Notenvergabe.

Professor Bohl ist federführender Projektleiter der wissenschaftlichen Begleitung. Jetzt zitiere ich nicht die Berichterstattung der FAZ über die wissenschaftliche Begleitung, sondern ich zitiere aus einem Interview, das Herr Bohl dem

„Schwäbischen Tagblatt“ am 9. September, also nach der betreffenden Berichterstattung, gegeben hat. Darin sagte er, dass die pädagogische Arbeit an den Gemeinschaftsschulen anspruchsvoll sei und man dafür sehr gute Rahmenbedingungen haben müsse. Er kritisierte, die Regierung habe praktisch vom ersten Tag an die Hauptschulschiene gewählt; das stand schon in dem Interview vom Februar. Er sagte dort, dass die Gemeinschaftsschule Anfangsschwierigkeiten habe und dass die Gemeinschaftsschule mit Reformen schwer beladen gewesen sei.

(Abg. Wolfgang Drexler SPD: Jede neue Schulart ist belastet mit Anfangsschwierigkeiten!)

Das steht in Ihrem Stammbuch, Herr Kultusminister. Tun Sie etwas in dieser Frage, und beschäftigen Sie sich nicht so sehr damit, darüber zu prozessieren, wann Sie bestimmte Dinge wie erfahren haben. Setzen Sie sich in der Sache damit auseinander.

(Beifall bei der CDU und Abgeordneten der FDP/ DVP)

Wenn Sie bis nach der Wahl damit warten, bis Sie einen abschließenden Bericht haben, und erst dann bereit sind, darüber zu diskutieren, um das Eingeständnis von Problemen, die Ihr Lieblingsschultyp hat, zu vermeiden, dann machen Sie Politik auf dem Rücken der Kinder an diesen Schulen.

(Abg. Karl-Wilhelm Röhm CDU: Richtig!)

Wir fordern, sofort Veränderungen vorzunehmen, die Ihnen auch die Wissenschaft nahelegt.

Herzlichen Dank.

(Beifall bei der CDU und Abgeordneten der FDP/ DVP)

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Samstag, 26. August 2017

14:00 - 17:00 Wahlkampfauftakt CDU Bundestagswahlkreis Offenburg mit Bundesfinanzminister Dr. Schäuble MdB, vorher Sternfahrt

18:00 - 19:30 Fassanstich

20:00 - 21:30 Kronen-Race-Days

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Voker Schebesta mit Ersatzbewerberin Anja Jilg

„Ich setze mich für auskömmliche Einkünfte unserer Landwirte und die Offenhaltung der Landschaft ein!“

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