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Beratung von Anträgen der CDU zu Gemeinschaftsschulen

Abg. Volker Schebesta CDU: Herr Präsident, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Die Landesregierung verfolgt ihren Weg des Zweisäulenmodells. Eine der beiden Säulen haben wir heute Morgen unter Tagesordnungspunkt 1 diskutiert: das Gymnasium. Jetzt reden wir über die zweite Säule, so wie Sie sie sich vorstellen: die Gemeinschaftsschule, in die Grün-Rot alle Hauptschulen, Werkrealschulen und Realschulen aufgehen lassen will.

 

Auch in anderen Bundesländern gibt es eine zweite Säule mit der Zusammenfassung von Haupt-und Realschule – aber nicht so, dass auch in dieser Säule ein Weg zum Abitur angeboten wird. Sie wollen neben dem gymnasialen Weg auf dem allgemeinbildenden Gymnasium auch einen gymnasialen Weg über die Gemeinschaftsschule abbilden.

Wir haben nicht nur einen Weg zum Abitur. Neben dem allgemeinbildenden Gymnasium haben gerade im ländlichen Raum viele Kinder mit Gymnasialempfehlung die Realschulen besucht, dort guten Unterricht erfahren und sind vor allem über die beruflichen Gymnasien zum Abitur, zu einer Hochschulreife gekommen. Das ist ein Weg des sozialen Aufstiegs in Baden-Württemberg, und über die Quantität und die Qualität dieses Weges wurden und werden wir bundesweit beneidet.

(Beifall bei der CDU und Abgeordneten der FDP/ DVP – Zuruf der Abg. Friedlinde Gurr-Hirsch CDU)

Warum sage ich das an dieser Stelle? Weil Ihre Bildungspolitik diesen Weg gefährdet; denn Sie wollen aus den anerkannten Realschulen Gemeinschaftsschulen machen. Dazu gab es zum Ersten Druck auf Schulen und Schulträger, einen Antrag auf Umwandlung in Gemeinschaftsschulen zu stellen. Das hat nicht so arg gefruchtet; deshalb kommt jetzt Ihr Konzept zur Weiterentwicklung der Realschulen, auf dem Sie auf anderem Weg, nämlich durch dieses Konzept, aus den Realschulen Gemeinschaftsschulen machen wollen.

Zum Zweiten erwecken Sie den Eindruck, als ob nur an Gemeinschaftsschulen gute, moderne, innovative Bildung möglich wäre.

(Zuruf des Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD)

Zum Dritten betonen Sie, dass an den Gemeinschaftsschulen der Weg zum Abitur gangbar ist, so als ob es den Weg über die Realschulen nicht gäbe. Deshalb brauchen wir z. B. keine gymnasialen Oberstufen an den Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg

(Beifall bei der CDU – Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Beides ist gangbar!)

und keine Niveauzuweisung im Rahmen der Bildungsplanreform, die so tut, als ob die Gemeinschaftsschule auf das Abitur vorbereitet, die Realschule aber nicht.

(Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD: Das haben wir nie behauptet!)

Sie verfolgen ein Ideal an der Gemeinschaftsschule: eine gleichmäßige Verteilung von Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichem Leistungsstand. Von diesem Ideal sind Sie meilenweit entfernt. Die Zahlen an den Gemeinschaftsschulen im Schuljahr 2014/2015 lauten: 65 % der Schülerinnen und Schüler an Gemeinschaftsschulen kommen mit einer Werkrealschul-/Hauptschulempfehlung, 26 % mit einer Realschulempfehlung, 9 % mit einer Empfehlung für das Gymnasium. Dies sind keine Anfangsschwierigkeiten, denn die Entwicklung ist rückläufig. 2013/2014 waren es 10 % mit Gymnasialempfehlung, 2012/2013 waren es 12 %: ein rückläufiger Übergang von Schülerinnen und Schülern mit Gymnasialempfehlung.

Wie gering diese Zahl ist, wird deutlich, wenn man sich vor Augen führt, dass an den Realschulen im Schuljahr 2014/2015 21 % der Schülerinnen und Schüler in der fünften Klasse mit Gymnasialempfehlung beschult wurden. Diesen akzeptierten Weg des Übergangs, des sozialen Aufstiegs zu einer Hochschulreife wollen Sie kaputt machen.

(Beifall bei Abgeordneten der CDU und der FDP/ DVP – Abg. Georg Wacker CDU: So ist es! – Zuruf des Abg. Dr. Stefan Fulst-Blei SPD)

Sie halten krampfhaft an Ihrem Ideal fest und kämpfen gegen das Schulwahlverhalten an den Gemeinschaftsschulen. Beispielsweise – das belegen die Zahlen zu unseren beiden Anträgen – geben Sie sich viel Mühe, um Gymnasiallehrer an Gemeinschaftsschulen zu bringen und dort Unterricht anbieten zu lassen. Die Stellungnahme zum Antrag Drucksache 15/5065 legt dar, mit welch geringer Stundenzahl die Lehrerinnen und Lehrer in den Gemeinschaftsschulen unterrichten und dass – das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen

–             Gymnasialunterricht dort in größerer Zahl fachfremd unterrichtet wird. Im Schuljahr 2013/2014 trat ein Drittel aller Lehrerinnen und Lehrer, die als Gymnasiallehrer an die Gemeinschaftsschulen gehen, dort ihre erste Stelle an, obwohl wir uns, Herr Minister, im Schulausschuss darin einig waren: Wenn es schon so organisiert wird, dann wäre es besser, wenn diese Lehrerinnen und Lehrer angesichts der großen Herausforderung, die ihnen an den Gemeinschaftsschulen begegnet, mit Erfahrung dorthin kommen würden.

(Beifall bei Abgeordneten der CDU – Widerspruch bei den Grünen und der SPD)

Sie geben sich viel Mühe, auf die zweite Fremdsprache hinzuweisen, um überhaupt zweite Fremdsprachen an den Gemeinschaftsschulen darzustellen und dort ansehnliche Schülerzahlen zu haben. Nachdem Sie in der Bildungspolitik in den Schulen keinen Stein auf dem anderen gelassen haben, sage ich: Laufen Sie nicht blind Idealen nach, sondern stellen Sie sich der Realität, und helfen Sie vor allem den Lehrerinnen und Lehrern dort, wo sie Hilfe brauchen.

(Beifall bei Abgeordneten der CDU)

Dafür brauchten sie auch an den Gemeinschaftsschulen Möglichkeiten zur äußeren Differenzierung; Sie wissen ganz genau, dass die Schulen dies auch einfordern. Die Schulen wollen nicht durchgängig Schüler in einer Lerngruppe haben, die auf unterschiedliche Abschlüsse zugehen. Spätestens ab Klasse 7 wollen auch die Gemeinschaftsschulen die Möglichkeit haben, in den Hauptfächern Lerngruppen nach dem angestrebten Abschluss anzubieten.

(Zuruf des Abg. Georg Wacker CDU)

Der Städtetag hat genau diese Forderung für die Schulträger im Rahmen des Gesetzentwurfs in der Anhörung zur regionalen Schulentwicklung eingebracht. Sie verweigern ihnen diese Möglichkeit nicht nur, sondern Sie verhindern auch, dass die Realschulen weiterhin anders arbeiten können, weil Sie ihnen sagen: „Bildet heterogene Lerngruppen, ihr dürft in den Hauptfächern nur maximal um zwei Stunden differenzieren.“ Das ist genau der Punkt, weshalb die Realschulen bei Ihnen aufschlagen und sagen: Wenn die Weiterentwicklung kommt, brauchen wir mehr Differenzierungsmöglichkeiten. Sie geben ihnen diese nicht. Das ist das, was die Lehrerinnen und Lehrer brauchen. Beheben Sie diese Fehler. Lassen Sie die Kinder nicht den Schaden davontragen.

Herzlichen Dank.

(Beifall bei der CDU und Abgeordneten der FDP/ DVP)

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